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Tag 1 oder #italylockdown

Leben… to go! Ist zurück. Anderer Style. Anderer Grund. Andere Zeiten. Heute, am Dienstag, 10. März 2020 trat das „iorestoacasa“-Dekret in Kraft, das Italiens Premierminister Giuseppe Conte gestern am späten Abend unterzeichnet und veröffentlicht hat. Dies ist das Dekret, das ein ganzes Land zum Sperrgebiet erklärt und zum Stillstand bringt. 60 Millionen Einwohner, auch wir hier in Südtirol, sind von dieser bislang nie da gewesenen Entscheidung betroffen. 

Der Grund: Covid19

Das Coronavirus. Alle reden davon. Keiner sieht es. Niemand will es bekommen. Kein anderes Thema bewegt die Menschen in Italien derartig. Das Virus hat alles übernommen: Soziale Netzwerke, Medien, Gasthausgespräche. Da müsste ich eigentlich nicht auch noch anfangen, darüber zu schreiben? Zumal ich zugegebenermaßen wohl nicht wirklich viel dazu beitragen kann. Ich kann weder die wissenschaftliche Expertise von Biologen, Chemikern, Virologen, Ärzten oder anderen Experten, die sich damit befassen, vorweisen. Noch habe ich den Background, dass ich die politischen Entscheidungen analysieren und bewerten könnte. Das mal als Prämisse vorausgeschickt.

Was das hier also werden soll?

Nun, eine Mischung aus Beschäftigungstherapie (wir werden sie alle brauchen), persönliches Tagebuch, Erfahrungsbericht und Kolumne. Geschrieben für mich selbst und für euch, für alle die es lesen wollen. Für mich selbst vor allem deshalb, weil ich für mich die Entwicklungen aus einer etwas anderen Perspektive als den bereits abgedeckten behandeln möchte. 

Was wir (vielleicht) wissen

Aus medizinischer Sicht wird aktuell viel geforscht und auch zahlreiche Arbeiten veröffentlicht. Die politischen Entscheidungen werden uns auch zur Genüge erklärt, zur Zeit ernten die Entscheidungsträger für diese noch Applaus und Unterstützung. Mal schauen, wie lange es so bleiben wird. Aus wirtschaftlicher Sicht ist zu sagen, dass die ersten, die die Tragweite der aktuellen Entwicklungen verstanden haben, die Unternehmer waren. Spätestens zu dem Zeitpunkt, als die Gäste nicht mehr zu uns nach Südtirol kommen wollten und jene die da waren, fast geflüchtet sind. Dass in der Bevölkerung der Gedanke angekommen ist, dass uns nach dem Virus wohl eine Wirtschaftskrise erwartet, bezweifle ich zum jetzigen Zeitpunkt. Schließlich haben einige in unserer Gesellschaft noch nicht mal die Tragweite dieser Pandemie, geschweige denn den Zweck der gesetzten Maßnahmen verstanden. 

Was wir nicht wissen

Aber zurück zur Frage: Was mich an der ganzen Sache interessiert und meine Besorgnis zu einem großen Teil schürt, sind die gesellschaftlichen, sozialen und psychologischen Auswirkungen dieser Krise auf uns alle. Als Individuen, als Familien, als Gesellschaft. Genau um diese soll es hier gehen. Betrachtet die hier veröffentlichten Artikel also als meine persönliche Einschätzung, die ich soweit als möglich mit den mir zur Verfügung stehenden möglichst seriösen Quellen zu untermauern versuchen werde. 

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